Infos über Computerviren und
Tipps zum Virenschutz
Wie entstanden Computerviren und
sonstige Schädlinge, welche Varianten an
Schädlingen gibt es bzw. welche Schäden können
diese verursachen?
Als Fred Cohen 1983 im Rahmen
seiner Doktorarbeit ein Programm vorstellte, das sich selbst
reproduzierte, war das erste lauffähige Computer-Virus
geboren. Was bis zu diesem Zeitpunkt nur als theoretische
Möglichkeit galt, wurde bald zu einer realen Gefahr.
Das erste MS-DOS-Virus wurde 1986 von pakistanischen Software-Händlern
über infizierte Programme verbreitet. Im gleichen Jahr
wurde auch „VIRDEM“ von Ralf Burger vorgestellt,
das erste Boot-Virus, das sich über den Bootsektor von
Disketten verbreitete. Waren diese Viren noch relativ harmlos,
begann 1988 mit dem „Jerusalem“-Virus die Ära
der bösartigen Viren, die Programme und Daten zerstörten.
Lesen Sie hierzu bitte auch die Funktionsweise und Tipps zum
Schutz vor Viren.
Zuwachs
und Verbreitung neuer Viren: Bis heute wächst
die Anzahl der bekannten Viren jährlich um mehrere tausend.
Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung Virus
auch für Trojaner, Würmer und andere schädliche
Programme durchgesetzt. Der korrekte Oberbegriff dafür
ist Malware.
Als Computervirus im engeren
Sinne wird eine Programm-Routine bezeichnet, die sich selbst
reproduzieren kann und die Veränderungen in Systembereichen
oder anderen Programmen vornimmt. Ein Computervirus benötigt
also immer ein Wirtsprogramm. Nach dem Aufruf dieses Programms
wird das Virus aktiviert, das daraufhin sich selbst reproduziert
und weitere Dateien infiziert. Die Schäden reichen von
harmlosen Meldungen bis zur Zerstörung von Dateien und
dem Überschreiben des Bootsektors.
Makrovieren infizieren vor
allem Office-Programme. Makros sind in Office-Dokumente eingebettete
Programme, die Arbeitsabläufe automatisieren und so dem
Benutzer Routinearbeit ersparen. Makroviren hingegen nisten
sich in Dokumente ein, um zum Beispiel Texte zu verändern
oder Dokumente zu löschen.
Computerwürmer
sind im Gegensatz zu Viren eigenständige Programme. Sie
verbreiten sich über Netzwerke und das Internet. Häufig
als Mail-Anhang getarnt, versenden sich Würmer selbst
an weitere E-Mail-Adressen aus dem Adressbuch. Computerwürmer
können auf Grund der massenhaften Mail-Flut Netze und
Server blockieren. Mittlerweile wurden die ersten Würmer
für Handys und Smartphones bekannt, die sich über
Bluetooth oder mit Hilfe von MMS verbreiten.
Trojanische
Pferde sind in nützlichen oder harmlosen Programmen
wie Bildschirmschonern oder kleinen Spielen versteckt und
ermöglichen es dem Angreifer, auf den mit dem Trojaner
infizierten Computer zuzugreifen und ihn remote zu manipulieren.
Einfache Trojaner übermitteln Daten selbständig
an den Ausgangsrechner, Backdoors ermöglichen die komplette
Übernahme des Rechners. Der Schaden, den Trojaner verursachen,
reicht vom Ausspionieren von Passwörtern, Kontoverbindungen
und anderen wichtigen Daten bis zum Missbrauch des Rechners
für kriminelle Zwecke.
In der Praxis ist eine Abgrenzung zwischen den einzelnen Formen
von Malware nur schwer möglich, der Übergang ist
fließend.
Lesen Sie ergänzend hierzu
auch, wie man sich und seine Daten vor Pishing-Attacken,
z. B. beim Online Banking schützen kann.